Nizwa Fort
Oman
Was Festungen angeht, ist das Nizwa-Fort in der Dakhillia-Region eine der ältesten und besten von Oman und eine massive Touristenattraktion.
Die Stadt selbst ist reich an Geschichte, da Nizwa die historische Hauptstadt von Oman ist und das Zentrum für den Handel zwischen dem Innenland und den Küstenregionen war. Nizwa, die 'Perle des Islams', war zuvor ein Zufluchtsort für Schriftsteller, Poeten, Wissenschaftler und religiöse Führer und wurde zu Recht zur kulturellen und politischen Hauptstadt des Landes. Der alte Souq ist heute immer noch lebhaft und zieht zusammen mit der Festung viele Besucher in die Gegend. Nizwa, eine Oasenansiedlung, wird durch den Falaj Daris fruchtbar gemacht, der als UNESCO-Weltkulturerbe klassifiziert ist.
Das Nizwa-Fort wurde während der Ya’ruba-Dynastie erbaut und benötigte über zwölf Jahre für den Bau. Die Festung ist ein Komplex und besteht aus einem Schloss, das als Wohnsitz und zur Verwaltung genutzt wurde, und einer Festung, die zum Schutz erbaut wurde. Das Schloss ist mehrere Jahrhunderte älter als die Zitadelle. Die turmbewehrte Zitadelle ist 36 m hoch und 36 m breit und hat eine kreisförmige Geschützplattform mit Öffnungen, von denen dreiundzwanzig Kanonen positioniert sind. Diese Anordnung ermöglichte es, einen vollen Radius von 360 Grad defensiv abzudecken.
Im Inneren ist die Festung mit cleveren Fallen gespickt, um Eindringlinge davon abzuhalten, weiter in das Gebäude vorzudringen. Treppen werden von steilseitigen Löchern unterbrochen, die vorübergehend mit Holzbohlen abgedeckt sind und hastig entfernt werden könnten, wenn sich ein Eindringling nähert. Ebenso würden tiefe Gruben unsuspecting hinter inneren Türen liegen.
Verschiedene Kanonen schützen die inneren und äußeren Portale, darunter eine schwedische Finbanker aus dem 18. Jahrhundert, eine omanische Kanone mit arabischer Kalligrafie und eine britische Kanone, die etwa vor zweihundert Jahren datiert ist.
Der ehemalige Gefängnisbereich hat die neue Funktion eines Ausstellungsraums, der zwanzig Galerien enthält, die jeweils ein anderes Element von Nizwas Geschichte und Erbe detailliert darstellen. Ein weiterer Raum ist eingerichtet, um eine Gefängnisumgebung darzustellen, komplett mit Relikten wie den schrecklichen Fußfesseln, um die harte Behandlung der Gefangenen zu demonstrieren. Brunnen, Baderäume und Dattelvorräte sind in ihrer ursprünglichen Form erhalten geblieben, um einen Einblick in die Vergangenheit zu geben.
Die Galerien sind fachmännisch eingerichtet und enthalten eine Fülle von Informationen und Artefakten, um den Besucher zu unterhalten. Multimedia-Präsentationen, historische Karten und schriftliche Zitate berühmter Reisender erklären das System der omanischen Festungen und Schlösser sowie die Geschichte der alten Architektur. Auch moderne Restaurierungsprojekte wie der Nizwa-Souq werden detailliert beschrieben.
Es gibt Galerieräume, die traditionellen Handwerken wie dem Flechten von Dattelpalmkörben, Silber- und Kupferarbeiten und Indigo-Färbung für die Färbung von Textilien gewidmet sind. Authentische Werkstätten wurden eingerichtet, um Handwerkszeuge zu zeigen, die für die einzelnen Handwerke verwendet wurden.
Viel Zeit kann damit verbracht werden, besonders von Kindern, das maßstabsgetreue Modell der Stadt Nizwa zu betrachten, das ihre Position als Oasenstadt zeigt. Ebenfalls von jugendlichem Interesse ist die Waffenlager des Schlosses, die eine Sammlung traditioneller Waffen und Munition zeigt, einschließlich antiker Khunjar, Säbel und Gewehre.
Nach vielen Stunden in der Geschichte kann sich der Besucher im Café erfrischen und neue Energie tanken, das sich im alten Stallblock befindet, oder im ‘Arish-Haus, das traditionell aus Palmblättern gefertigt ist.
Lokale Kunsthandwerker demonstrieren ihre Fertigkeiten in Werkstätten, und die Oman Heritage Boutique bietet die Möglichkeit, ein einzigartiges Souvenir wie lokale Antiquitäten, Textilien, Metallarbeiten und Handarbeiten zu erwerben.
Es ist eine gute Idee, sich beim Ministerium für Kultur und Erbe (+968 24641300) zu erkundigen, bevor Sie eine Reise zu Festungen oder Schlössern unternehmen, da laufende Renovierungsprojekte unterschiedliche Öffnungszeiten zur Folge haben können.